Webseite neu laden

Sie haben länger nichts gemacht. In der Zwischenzeit haben sich weitere Unternehmen registriert.

Waldbewirtschaftung & WaldpflegeWas ist das und wer kann mich am besten unterstützen?

Waldbewirtschaftung meint die Nutzung Ihres Waldes. Die Zielstellung der Bewirtschaftung kann finanziell, waldbaulich oder naturschutzfachlich orientiert sein. Als Waldeigentümer können Sie diese Ziele selbst definieren. Um Ihren Wald stabil und leistungsfähig zu gestalten, sollten allerdings regelmäßig pflegende Eingriffe vorgenommen werden.

Was ist eine zeitgemäße Waldbewirtschaftung ?

Seit Generationen werden heimische Wälder nachhaltig bewirtschaftet. Heutzutage stehen ihre Umwandlung in standortgerechte Mischwälder, die sachgerechte und natur- sowie bodenschonende Pflege und naturschonende Holzernteverfahren im Vordergrund. Nicht zuletzt steht auch die Anpassung an den Klimawandel im gesellschaftlichen Fokus. Grundlage ist immer eine nachhaltige Bewirtschaftung. Durch sie wird dem Wald nur soviel Holz entnommen, wie in einem bestimmten Zeitraum wieder nachwächst. Die langfristige Leistung des Waldes ist also garantiert. Eine nachhaltige Forstwirtschaft erhöht aber nicht nur die Produktivität Ihres Waldes. Sie fördert stattdessen auch seine biologische Vielfalt, Vitalität und Stabilität. Eine zeitgemäße Waldwirtschaft sollte auch immer eine naturnahe Waldwirtschaft sein. Es gilt eine möglichst große horizontale und vertikale Strukturierung durch Bäume verschiedener Altersklassen und Freiflächen zu schaffen und durch eine möglichst hohe aber standortgerechte Artenvielfalt Risiken zu verteilen und wirtschaftliche Chancen zu nutzen. Durch die Strukturveränderung im Zuge einer nachhaltigen Holzproduktion kann die Vielfalt an Lebewesen im Wald positiv beeinflusst werden. Dazu werden nicht nur junge Bäume benötigt, es müssen auch ausreichend Totholz und Biotopbäume auf der Fläche verbleiben.

Die Waldpflege unterstützt das Entwicklungspotenzial Ihres Waldes.

Das Ökosystem Wald durchläuft stetig einen natürlichen Wandel. Als Waldeigentümer können Sie entscheiden wie stark Sie diesen Wandel mitbestimmen wollen. Die Waldpflege erfolgt dann durch verschiedene waldbauliche Maßnahmen und Eingriffe. Solche Eingriffe können sich auf Einzelmaßnahmen oder auf den ganzen Wald beziehen. Eine Einzelmaßnahme wäre zum Beispiel das Pflegen von Habitatbäumen [Link: Thema 1.10 “Einzelbaumpflege”]. Das Umwandeln einer Monokultur in einen Mischwald würde hingegen den gesamten Wald betreffen.

Was ist eine Grenzfindung ?

Unter Grenzfindung versteht man das Auffinden der Flurstücksgrenzen Ihres Waldes. In manchen Fällen sind die Flurstücke einfach zuzuordnen, in anderen Fällen müssen aufwändigere Methoden der Grundstücksabgrenzung angewendet werden. Die vorgestellten Lösungen unterstützen die Zuordnung von Waldflächen zum Eigentümer der Parzelle. Heutzutage erfolgt die sogenannte Grenzfindung meist mit modernen Methoden, die sich auf Geographische Positionierungssysteme (GPS, Galileo, GLONASS, Beidu) stützen. Treffen Sie sich am besten gemeinsam mit Ihren Waldnachbarn (Anrainern) und einem Dienstleister, der die Grenzfindung beherrscht, auf der Fläche und einigen sich mit dem Nachbarn auf den Grenzverlauf der Flurstücke.
Einen kompetenten Ansprechpartner für die Grenzfindung finden Sie
auf dem Waldmarktplatz
Die Grenzfindung als solche ist jedoch keine juristisch abgesicherte Grundlage zum Beispiel für den Verkauf von Waldflächen. In diesem Fall benötigen Sie eine amtliche Grenzvermessung, die vom Katasteramt durchgeführt wird oder an einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur weitergegeben wird. Die Vermessung durch das Katasteramt ist mit erheblichen Kosten verbunden. Wenden Sie sich bei Unklarheiten deshalb besser zunächst an einen Forstexperten, der eine gutachterliche Grenzeinigung im Vorfeld von Pflegemaßnahmen erstellt. Auf diesem Wege können Sie sich mit Ihren Waldnachbarn kostengünstig einigen.
Dienstleister und Förster, die eine Grenzfindung anbieten, finden Sie
auf dem Waldmarktplatz

Wer kann Ihnen bei Ausschreibungen und Angeboten für Ihren Wald helfen?

Um über eine konkrete Maßnahme entscheiden zu können, spielen die damit verbundenen Kosten natürlich eine wichtige Rolle. Entweder Sie lassen sich dafür direkt von einem Dienstleister ein Angebot unterbreiten oder Sie schreiben Ihren Auftrag öffentlich aus. Aus der Vielzahl der Angebote wählen Sie dann das für Sie passende Angebot aus. Forstberater und teilweise auch die Forstverwaltungen helfen Ihnen bei der Ausschreibung und Angebotseinholung sowie bei der Auswahl der Dienstleister.
Einen passenden Ansprechpartner zur Erstellung der Ausschreibung bzw. der Angebotseinholung finden Sie
auf dem Waldmarktplatz
Falls Ihr Wald schon ausgezeichnet ist, empfehlen wir Ihnen die Holzvermarktungplattform www.holz-stehend-verkaufen.de. Hier können Sie die noch stehenden Bäume verkaufen, ohne mit dem Holzeinschlag in finanzielle Vorleistung zu gehen.

Was ist der Unterschied zwischen Holzeinschlag und Holzrückung?

Holzeinschlag und Holzrückung sind zwei zeitlich voneinander getrennte Arbeitsabläufe und gehören zur Holzernte. Der Holzeinschlag bezeichnet die eigentliche Fällarbeit, entweder durch einen Menschen mit Kettensäge (motormanuell) oder mittels mechanisierter Verfahren zum Beispiel mit dem Harvester. In einer nachhaltigen Waldwirtschaft werden Bäume selten einfach nur geerntet sondern meist Bedränger (Bäume, die andern Bäumen zu nahe stehen) entnommen. In der Regel erfüllt der Holzeinschlag also auch Funktionen für die Waldpflege. Nach der Fällung wird der Baum aufgearbeitet. Bei der Aufarbeitung wird der Baum gleich vor Ort entastet und in die gewünschten Längen geschnitten. Hierbei kann durch professionelle Arbeit eine optimale Wertschöpfung erzielt werden. Ein guter forstlicher Berater kann hier bei der Auswahl der richtigen Dienstleister, der Wahl der fachgerechten Methode und der Überwachung der Maßnahme helfen. Mit Holzrückung (Holzbringung) bezeichnet man das Transportieren der aufgearbeiteten Stammteile aus dem Wald zu einem nahegelegenen Sammelplatz. Die verschiedenen Holzsortimente (Längen und Qualität) werden dort in einer geordneten Weise haufenartig zu sogenannten Poltern abgelegt. Heutzutage geschieht das Holzrücken in der Regel mit der Maschine, einem Forwarder. An manchen Standorten empfiehlt sich die Holzrückung mit dem Pferd (Rückepferd) oder Seilkränen beziehungsweise Seilbahnen. Eine Holzernte endet mit der Holzaufnahme. Dabei wird das geschlagen Holz vermessen, protokolliert und zum Holzverkauf gebracht. Lassen Sie sich beraten welche Methode zur Holzvermessung in Ihrem Falle die geeignetere ist. Es gibt Dienstleister, die sich ausschließlich auf das Fällen oder Holzrücken spezialisiert haben.
Einen passenden Ansprechpartner zur Erstellung der Ausschreibung bzw. der Angebotseinholung finden Sie
auf dem Waldmarktplatz

Was ist Holzverkauf und Holzvermarktung?

Die Holzvermarktung bezeichnet das Verkaufsgeschäft des Rohholzes als Ganzes. Im besten Fall geschieht diese schon vor dem Holzeinschlag, denn gefälltes Holz verliert schnell an Qualität und kann gestohlen oder beschädigt werden. Zudem erleichtert die Vermarktung vorab den Arbeitsablauf. Zur Holzvermarktung gehören die Abnehmer- und Dienstleisterrecherche, die Angebotseinholung, die Vertragsverhandlung, der Holzverkauf, die Abfuhr des Holzes sowie die Abrechnung. Nehmen Sie im besten Fall also bereits vor dem Holzeinschlag Kontakt zu Abnehmern auf, um mögliche Hürden frühzeitig aus dem Weg zu räumen und bestmögliche Holzpreise zu erzielen.
Forstberater und Holzeinkäufer, die Sie bei der Holzvermarktung unterstützen, finden Sie
auf dem Waldmarktplatz

Was ist die Selbstwerbung?

Die Selbstwerbung ist ein Begriff der viele Aspekte der Holzernte umfassen kann. Meist wird damit der Verkauf von stehenden Einzelbäumen an jemanden der diesen Baum fällt und zu Brennholz aufarbeitet bezeichnet. Weitergefasst ist die Selbstwerbung ein Prozess in dem Sie Ihre ausgezeichneten Bäume an eine Person oder eine Firma verkaufen und diese sich um das fällen, sortieren und vermarkten kümmert. In der Forstwirtschaft wird auch der Begriff Stockverkauf, für die Vermarktung von noch stehenden Bäumen verwendet. Diese Art des Holzverkaufs verringert das finanzielle Risiko und den Aufwand seitens des Verkäufers. Der Holzkäufer kümmert sich beim Stockverkauf nach dem Erwerb der Bäume um die folgenden Prozessschritte:
  • Einschlag: Fällen der gekauften Bäume

  • Rücken: Abtransport der gefällten Bäume innerhalb des Waldes

  • Poltern: Stapeln des geschlagenen Holzes

  • Vermarktung: Verkauf der unterschiedlichen Holzsortimente (optional)

  • Weitere mit dem Verkäufer vereinbarte Punkte: Zustand des hinterlassenen Waldes, Rückegassenpflege, Bearbeitung der im Wald verbleibender Baumteile etc.

Wenn Sie Bäume durch Selbstwerbung oder Stockverkauf in die Vermarktung bringen wollen, sollten Sie sich unbedingt von einem Fachmann beraten lassen. Es empfiehlt sich auch alle Prozessschritte an einen Profi abzugeben und darauf zu achten, dass auch die Selbstwerber über die notwendige Ausbildung und Technik verfügen. Zwingend sollten Sie auch den Umgang mit dabei entstehenden Schäden am verbleibenden Bestand und den Wegen vertraglich regeln.
Forstberater und Firmen, die Sie zu Fragen der Selbstwerbung unterstützen können, finden Sie
auf dem Waldmarktplatz
Wir haben dafür auch eine spezielle Lösung entwickelt, über die Inserate und Angebote zum Stockverkauf übersichtlich dargestellt werden: www.holz-stehend-verkaufen.de.

Was ist eine Wertastung ?

Die Wertastung, Wertästung oder auch Aufastung ist eine waldbauliche Maßnahme, welche die Holzqualität und den möglichen Verkaufspreis von Baumstämmen verbessern kann. Wenn Bäume einen Durchmesser in Brusthöhe (BHD) von 8 bis 15 cm (max. 25 cm) erreicht haben, kann man an ausgewählten Bäumen die Äste bis zu einer Höhe von 6 m, in manchen Fällen bis 12 m, entfernen. Dies erfolgt meistens mit einer Hochastungsäge oder mit Leitern, seltener durch Maschinen oder die Hilfe von Steigeisen. Die Astung Ihrer Bäume sollten sie rechtzeitig durchführen, da sie die Qualität des Holzes erhöht und sich die Maßnahme dadurch finanziell eher rentiert. In Beständen mit erhöhten Risiken durch Sturm, Rotfäule, Schnee etc. empfiehlt sich die Aufastung nicht. Je nach Baumart sollten maximal zwischen 100 und 250 Bäume pro Hektar gleichmäßig auf die Fläche verteilt wertgeastet werden. Eine Wertastung empfiehlt sich nicht bei allen Baumarten und Beständen. Zudem ist der Amortisierungszeitraum für die Maßnahme recht lang. Lassen Sie sich deshalb dazu am besten von einem Forstberater beraten.
Forstberater und Dienstleister, die beraten oder Ihnen Ihre Bäume wertasten, finden Sie
auf dem Waldmarktplatz

Sollten Sie sich mit dem Waldwegebau beschäftigen?

Beim Wegebau im Wald werden einzelne Wege mit bindemittelfreiem Baumaterial (z.B. Schotter oder Pflastersteinen) so ausgebaut, dass konventionelle straßentaugliche Lkws den Wald bei jeder Witterung zum Abtransport des Holzes befahren können. In vielen Wäldern Deutschlands wird der Wegebau eher als Randthema behandelt. Eine bedarfsgerechte Walderschließung, die unter größtmöglicher Schonung von Landschaft, Boden und Waldbestand erfolgt, ist ein wichtiges Kennzeichen einer nachhaltigen und ordnungsgemäßen Forstwirtschaft. Die fachgerechte Anlage von Lkw-tauglichen Waldwegen ist ein wichtiges Instrument für eine waldpflegliche Bewirtschaftung denn sie konzentriert den Verkehr auf wenige Wege und verringert die Fahrstrecken von Rückezügen im Bestand. Nicht zu vergessen sind die positiven Wirkungen eines befestigten Waldweges im Katastrophenfall. Die Feuerwehr beispielsweise kann meist nur auf Lkw-tauglichen Wegen in den Wald fahren. In der Fachliteratur wird eine durchschnittliche Wegedichte von ca. 25 lfm/ha angegeben. Für das Flachland reichen meist 20 lfm/ha wobei im Gebirge ca. 30 lfm/ha benötigt werden. Lkw-tauglichen Waldwege sind Teil der Walderschließung. In der Walderschließung werden folgende Wegeformen unterschieden:
  • Hauptwege: ganzjährig mit Lastzügen bis 11 t Achslast befahrbare Wege, die die Waldteile mit dem öffentlichen Wegenetz verbinden

  • Zubringerwege: Wege die nur zeitweilig mit Lastzügen bis 11 t Achslast befahren werden können oder andere Einschränkungen aufweisen (z.B. fehlende Wendemöglichkeiten)

  • Maschinenwege: durch Erdarbeiten angelegte und unbefestigte Wege, die von Rückeschleppern befahren werden können

  • Arbeitsgassen: baumfreie Streifen im Waldbestand, die von Forstmaschinen (z.B. Erntemaschinen) befahren werden können

Waldeigentümer sollten sich von einer Investition in den Waldwegebau nicht abschrecken lassen. Oftmals sind die Kosten für den Wegebau schon nach wenigen Maßnahmen durch die geringeren Rückekosten gedeckt. In den meisten Bundesländern wird der Wegebau und teilweise auch die Wegepflege gefördert. Eine Beratung mit einem Forstberater sowie einer Wegebaufirma empfiehlt sich.